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Weshalb ich mich von Nachrichten fernhalte und trotzdem nichts verpasse

Ich halte mich fern von Schlagzeilen. Ich schaue keine Nachrichten im Fernsehen, suche im Internet nicht nach News, lese keine Zeitung und höre keine Nachrichten im Radio.

Warum mich Nachrichten nicht interessieren? Interessieren würden sie mich durchaus. Ich habe viele Jahre die Süddeutsche Zeitung und die Wirtschaftswoche gelesen. Die Nachrichten in Radio und Fernsehen habe ich nicht einen einzigen Tag verpasst. Ich wollte immer informiert sein und über möglichst alle Geschehnisse der Welt Bescheid wissen.

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Aber ich hatte irgendwann bemerkt, dass mir die Fülle dieser Informationsflut nicht guttun. Nach der Geburt meiner Tochter Anfang 2010 war mir aufgefallen, dass mich gewisse Nachrichten sehr beschäftigen und sie mich sehr belasten. Durch meine Tochter war ich in Bezug auf Meldungen aus aller Welt empfindlicher geworden – negative Meldungen erschienen mir noch viel belastender als zuvor.

Da meine Tochter ein sehr bedürfnisstarkes Baby war und meine Zeit natürlicherweise stark beansprucht hat, hatte ich bereits relativ kurze Zeit nach ihrer Geburt Schwierigkeiten, die Medien genau zu verfolgen. Ich weiß noch, dass ich einmal zu meinem Mann gesagt hatte, dass der dritte Weltkrieg ausbrechen könnte und ich es nicht mitbekommen würde. Anfangs empfand ich den Abstand zu den Medien als beängstigend.

Ich hatte Sorge, etwas zu verpassen.

Das ist jetzt 6 Jahre her. Ich habe seither an meinem Verhalten in Bezug auf den Nachrichten-Konsum nichts verändert.

Ich habe gelernt, dass es mir nicht gut tut, von zu vielen, mich belastenden, Geschehnissen zu hören. Geschehnisse, die mich belasten, obwohl sie mich nicht direkt betreffen.

Ich denke mittlerweile nicht mehr, dass ich etwas verpasse – im Gegenteil, ich weiß, dass ich nichts verpasse. Ich brauche nicht alles zu wissen.

Ich bekomme ganz am Rande Neuigkeiten mit – hauptsächlich über die Schlagzeilen auf den Zeitungsständern oder die Infoscreens in der U-Bahn. Aber in 98% der Fälle belasse ich es beim flüchtigen Draufschauen auf diese Medien.

Ob ich weltfremd und naiv bin? Wie ich mir überhaupt anmaßen kann, zu denken, dass ich nichts verpasse? Und wenn mal wirklich etwas Schlimmes passiert? In der Welt? In meiner Stadt? Was ist, wenn ich das nicht mitbekomme? Ich habe es erlebt. Ich bekomme es mit – das weiß ich jetzt definitiv.

Vor nicht allzu langer Zeit war ich mit den Kindern in einem idyllischen Café am Stadtrand und wir haben uns gerade Stockbrot am Lagerfeuer zubereitet. Mein Handy vibrierte und mein Mann teilte mir mit, dass ich auf gar keinen Fall in Richtung Stadt nach Hause fahren dürfe, weil ein Amokläufer im Einkaufszentrum sei. Mein Mann war zufällig einige Minuten später am Ort des Geschehens gewesen.

Okay, man könnte hier immer noch sagen, dass es ein extremer Zufall war, dass mein Mann direkt vor Ort war und mich informiert hat.

Aber: etwa 5 Minuten nach dem Anruf meines Mannes registrierte ich die zivilen Polizeiautos, die über die nahe gelegene Strasse in die Stadt rasten. Dann klingelten nach und nach die Handys der umstehenden Personen, die Gespräche verstummten und die Mienen wurden sehr ernst. Dann wurde darüber gesprochen, sich ausgetauscht und jeder informiert, der noch nicht Bescheid wusste. Dann erhielt ich eine Warnung über eine Whats App-Gruppe.

Wir leben im Zeitalter von Social Media

Die Informationen fließen schnell. Ich hätte von den Geschehnissen und einer eventuell bestehenden Gefahr für mich und meine Familie auch ohne den Anruf meines Mannes und ohne Handy erfahren. Fakt ist: ich hätte es erfahren. Und das ganz ohne ständigen Medienkonsum.

Ich brauche mir nicht täglich Nachrichten anzusehen, um mich vor Gefahren zu schützen. Schon gar nicht zwei-/drei-/oder viermal. Die Welt – meine Welt – wird dadurch nicht besser oder sicherer. Im Gegenteil. Sie wird unsicherer durch meine eigene Verunsicherung. Ich hätte Angst um meine Familie und mich. Ich hätte kein gutes Gefühl bei all dem Terror, dem Blut, der Manipulation und dem Tod.

Das hat mit meiner Welt im Hier und Jetzt nichts zu tun. Nicht im täglichen Leben. Was in der Welt passiert ist schlimm, ganz ohne Zweifel. Jedoch bringt es weder mir noch meiner Familie einen Vorteil, wenn ich in ständiger Angst und Unsicherheit lebe. Ich hab es selbst in der Hand, in Freude und Zuversicht zu leben.

Bitte nicht falsch verstehen: ich verleugne weder schlimme Geschehnisse auf dieser Welt noch rede ich sie klein. Ich empfinde tiefe Trauer über all die grausamen Dinge, die auf dieser Welt passieren und wünschte, ich könnte sie alle ungeschehen machen. Aber das detaillierte Wissen um all das macht mich kaputt. Es verletzt mich und macht mir Angst. Und heutzutage gibt es viele dieser Meldungen, die so im Detail übers Radio oder Fernsehen ausgestrahlt werden, dass man sich davor nicht schützen kann.

Ich erinnere mich an zwei Situationen, in welchen mich Mitteilungen über negative Nachrichten völlig unvorbereitet getroffen haben. Ich habe lange gebraucht, um diese detaillierten Informationen zu verarbeiten und die inneren Bilder vor meinen Augen zu lösen:

Einmal, als eine sehr Nachrichten-fixierte Kollegin ungefragt bei ihrem mittäglichen Blick in die News von einem grausamen Familienunfall erzählt hat und einmal, also ich das Facebook-Profil einer Bekannten durchstöbert habe und auf einen schrecklichen Bericht über misshandelte Kinder gestoßen bin.

Nochmal: ich bin nicht weltfremd. Aber warum muss ich über solche Dinge Bescheid wissen, wenn es mir doch so schlecht dabei geht? Ich habe beschlossen, dass es okay ist, sie nicht im Detail wissen zu müssen. Ich weiß auch ohne Fallberichte, dass es schreckliche Tragödien auf dieser Welt gibt. Und ich weiß, dass es nicht nur gute Menschen auf Erden gibt. Aber ich möchte davon nicht immer und immer wieder erfahren müssen. Was bringt es mir, das zu tun? Ich bin für mich und das Wohlergehen meiner Familie verantwortlich. Und es geht mir viel besser dabei, manche Dinge einfach nicht im Detail zu erfahren.

Und die Dinge, die mich brennend interessieren, recherchiere ich gezielt – fernab der üblichen Schlagzeilen.

Zuversicht

Ich möchte fröhlich sein und positiv in den Tag blicken können. Ich möchte nicht in ständiger Angst leben müssen. Ich möchte meinen Kindern Zuversicht und Glücklichsein lehren. Und ich möchte fest daran glauben, dass die wirklich wichtigen Dinge zu mir durchdringen werden.

Ich habe selbst erfahren, dass es ganz genau so ist. Und ich bin mir sicher, dass es auch bei Dir so sein wird.

Wenn Dich die Nachrichten dieser Welt fertig machen, wenn Du ständig darüber sinnierst, wie grausam diese Welt ist und wie Deine Kinder in dieser Welt überhaupt bestehen sollen, dann probier es aus:

Lass den Fernseher aus oder verkauf ihn besser gleich, stell das Radio aus, bestell die Zeitung ab. Halte Dich fern von zu viel Informationen. Spring über Deinen Schatten und die Sorge, dass Du etwas verpasst. Lass es auf einen Versuch ankommen.

Du wirst einen großen Unterschied merken. Und Du wirst nach einiger Zeit merken, dass du NICHTS verpasst.

Im Gegenteil:

Du verpasst DEIN Leben, wenn Du ständig auf Nachrichten aus dem Leben anderer Menschen fixiert bist. Lebe DEIN Leben.

Was denkst Du darüber? Hast Du schon mal versucht Deinen Medienkonsum einzuschränken?

Ich freue mich auf Eure Meinung und Eure Kommentare!

Herzliche Grüsse,

Sabine

 

P.S.: Falls Du (erst mal) gar nicht von Nachrichten loskommst, gibt es auch Plattformen für positive Nachrichten, z.B.:

www.nur-positive-nachrichten.de

www.gute-nachrichten.com.de

www.newslichter.de

 

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6 comments

  1. Hallo liebe Sabine, ich finde das super, wie du das machst.
    Ich habe jetzt auch schon seit ungefähr 4 Jahren weder Fernseh noch Radio. Davor habe ich auch jeden Tag die Nachrichten geschaut abends.
    Aber seit ich meinen Hund habe, hat sich das alles geändert. Er ist mein Lebensmittelpunkt geworden und ich habe aus zeitlichen Gründen mit dem Fernsehen abends (generell) aufgehört.
    Dazu kam dann genau das, was du sagst: wir können nur in täglicher Freude leben, wenn wir nicht ständig mit negativen Ereignissen konfrontiert sind. Unser Ziel und unsere Bestimmung im Leben ist, in Freude zu sein. Und das täglich. Nur so kreieren wir uns auch eine freudige Zukunft. Sind wir ständig traurig, negativ und hängen vergangenen Dingen nach, wird auch unsere Zukunft nicht rosig sein.
    Deshalb, ich bin ganz deiner Meinung: wir brauchen uns diese negativen schlimmen Medienberichte, die oft auch noch manipuliert sind, nicht reinziehen. Das ist kontraproduktiv für das eigene erfüllende Leben, das wir anstreben und auch ausstrahlen wollen, denn nur so wird es auch in der gesamten Welt besser werden.
    Wenn wir den Fokus auf die negativen Dinge legen, dann denkt das Universum, das ist uns soooo wichtig, also erhalten wir immer mehr davon (denk dir das mal im Grossen: weil wir in der Masse nicht fähig sind, in Liebe zu denken, sondern ständig unseren Focus auf Schlimmes richten und das auch noch für so wichtig halten, werden wir immer mehr davon erhalten… es wird NIE besser werden, ganz im Gegenteil, immer schlimmer).
    Deshalb sei du und ich Vorbilder, die sich auf die schönen Dinge im Leben konzentrieren und dies auch an andere Menschen weitergeben. In Liebe sein und Liebe weitergeben. Nur so kann sich etwas ändern auf der Welt.
    Wir verpassen nichts wichtiges, das habe ich auch gesehen. Anfangs dachte ich auch, ich bin uninformiert. Aber der Lebensgewinn ist um so grösser, je weniger schlimme Nachrichten wir sehen. Und solange wir uns sozial vernetzen, kann uns eh nichts entgehen.
    Ich wünsche dir alles Liebe auf deinem weiteren Weg. Für deine Kinder genau der richtige. LG Dhana

    • Sabine says:

      Liebe Dhana, danke für Deinen Kommentar 🙂 Schön zu lesen, dass Du auch Deinen Weg gefunden hast und in täglicher Freude leben kannst. Ja, ich glaube auch, dass vieles in dieser Welt besser wäre, wenn die meisten Menschen ihren Fokus auf die positiven Dinge legen würden…Ich wünsche Dir alles alles Gute und sende Dir liebe Grüsse, Sabine

  2. Carmen says:

    Liebe Sabine,

    schönen Blog hast Du da!

    Bei mir hat sich das mit den Nachrichten ganz ähnlich entwickelt wie bei Dir. Kind kam auf die Welt – und der Fernseher hat mich nicht mehr interessiert. Da gab es ja viel spannenderes. Besonders fixiert auf Nachrichten war ich allerdings noch nie und mich haben schon immer die nicht ganz so tagesaktuellen wie z.B. Der Spiegel mehr interessiert.

    Ich merke auch, daß ich trotz (oder wegen?) der Abstinenz von Nachrichtensendungen gut informiert bin. Themen, die länger dran sind oder einschneidender bekommt man ja ohnehin mit. Dank sei Zeitungsständern, Ratsch mit der Nachbarin, Ehemann… Und wenn mich etwas interessiert, recherchiere ich im Internet danach. Sehr spannend.

    Das, worauf ich nie mehr verzichten möchte, ist, daß ich jetzt viel mehr selber denke. Nachrichten sind ja im Grunde sehr oberflächlich, ein Schlaglicht des heutigen Tages in einem nicht näher reflektierten Zusammenhang. Und schon kommt die nächste Nachricht, weiter, immer weiter. Ich habe jetzt aber mehr Zeit, Zeit zu spüren, wie wirkt diese Information auf mich, was erinnert mich noch daran, was für Hoffnungen oder Ängste verbinde ich damit? Was bedeutet eine Nachricht für mein Leben (z.B. Finanzkrise, Terror,…)?

    Liebe Grüße,
    Carmen

    • Sabine says:

      Liebe Carmen, freut mich, dass Dir mein Blog gefällt 🙂
      Du beschreibst so ziemlich genau das, was ich auch fühle 😉 Total interessant, dass es bei Dir ähnlich ist und dass auch Du durch die Geburt
      vermehrt Abstand von den Medien genommen hast…
      Danke für Deinen Kommentar und viele liebe Grüsse,
      Sabine

  3. Amy says:

    Hallo,

    Den Ansatz finde ich gut, auch wenn wir es etwas anders halten. Der Fernseher wird eigentlich nie genutzt, im Auto hören wir aber ab und zu Radio und im Internet werden wir spätestens beim E-Mail Log-in mit Bildern und Schlagzeilen überflutet. Manches lesen wir, manches nehmennwir nur zur Kenntnis. Mein Mann liest noch eher Nachrichten als ich, denn mich nimmt es auch oft mit. Familientragödien usw. vor allem und die muss und will ich nicht – unvorbereitet – alle mitbekommen. Was uns (also auch politisch in Deutschland) betrifft möchte ich schon noch mitkriegen.

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
    Amy

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