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Weshalb ich meine Ernährung umgestellt habe und was sich dadurch verändert hat

Welche Gründe gibt es, seine gewohnten und teilweise liebgewonnenen Ernährungsgewohnheiten zu ändern?

Bei mir waren es tatsächlich erst einmal rein kosmetische Aspekte

Anfang 2013 suchte ich meine Hautärztin auf und bat sie um Tipps zur Verbesserung meines phasenweise etwas problematischen Hautbildes. Ich wollte nicht länger auf diverse Cremes angewiesen sein, ich wollte beginnen, die Ursache zu bekämpfen. Ich war es leid, zu hören, dass meine Haut hormonell oder erblich bedingt empfindlich sei.

Zusätzlich hatte ich seit dem Kleinkindalter mit Neurodermitis zu kämpfen- mal mehr, mal weniger, aber doch stetig vorhanden.

Überraschenderweise wies meine Ärztin mich darauf hin, dass es einen Versuch wert wäre, einige Monate komplett auf Milchprodukte zu verzichten. Da ich es leid war mich mit meiner Haut herumzuschlagen, beschloss ich, mich zu dem Thema einzulesen.

Ich betrieb einige Netzrecherche und mir wurde bewusst, dass ich mich vegan ernähren müsste. Vegan, weil ich zu diesem Zeitpunkt sowieso fast Vegetarier war und wieder auf Voll-Vegetarier umsteigen wollte – wie damals in meiner Jugend.

Wenn schon eine Veränderung – der Verzicht auf Kuhmilchprodukte – dann gleich der Verzicht auf gänzliche tierische Produkte, dache ich mir.

Aber vegan? War das nicht total öko?

Ehrlich gesagt bekam ich das Bild von tanzenden Menschen mit Dreadlocks nicht aus dem Kopf.

Beim nachfolgenden Gang in den Buchladen und meiner weiteren Netzrecherche wurde ich aber tatsächlich eines Besseren belehrt…mittlerweile schien die vegane Ernährung in der breiten Masse angekommen zu sein. Es gab bereits einige richtig stylisch aufgemachte Kochbücher..von öko (fast) keine Spur. Und auch wenn – was soll`s, dachte ich mir.

Ich kaufte mir spontan eine Buch, welches ausschließlich industriezuckerfreie, vegane Rezepte beinhaltete.

Wenn ich schon umstelle, dann gleich auf richtig gesund.

So beschloss ich also von jetzt auf gleich industriezucker-befreiter Veganer zu werden.

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Ich machte mich auf den Weg ins Reformhaus, um mir all jene Zutaten ins Haus zu holen, von welchen ich noch nie zuvor etwas gehört hatte. Das waren zum Beispiel Mandelmus, gepoppter Amaranth, Quinoa oder Agavendicksaft.

Die Rezepte waren lecker und relativ einfach zuzubereiten – nur leider waren mein Mann und meine damals 3-Jährige Tochter nicht so begeistert. Ich kochte also oftmals zwei verschiedene Mahlzeiten:

Eine vegane Mahlzeit für mich, eine andere für den Rest der Familie.

Das hielt ich natürlich nicht lange durch und betrachtete mein Vegan-und Zuckerfrei-Experiment erst mal als gescheitert.

Ganz los lies es mich aber nicht. Denn:

Ich hatte Veränderungen bemerkt.

Zwar noch nicht an meiner Haut, aber an meinem Gewicht – ich hatte ein paar Kilo abgenommen während der Zeit der Umstellung. Ausserdem tat mir das zuckerfreie Leben gut- endlich raus aus diesem Zwang. Dem Zwang Abends den Kühlschrank zu öffnen, um darin die Sahne-Schoki vorzufinden, welche ich dann mindestens zur Hälfte verschlingen musste.

Ja genau, ich WOLLTE es nicht- ich MUSSTE. Ich hatte während der Zeit der Zuckerabstinenz sehr deutlich gepürt, dass ich zuckersüchtig war, denn besonders die ersten drei Tage waren richtig hart gewesen.

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Aber im Endeffekt war ich tatsächlich etwa zwei Monate schokoladen-frei gewesen.

Bis ich es eben wieder etwas lockerer nahm mit dem Genuss von industriezuckerhaltigen Leckereien, wieder in alte Fahrwasser geriet – und zurück in meine Sucht verfiel.

Nach ein paar Wochen versuchte ich es erneut mit veganer, zuckerfreier Ernährung. Auch diesmal scheiterte ich bereits nach wenigen Wochen. Der Grund für mein Scheitern war auch, dass ich dachte, ich könne einfach nicht perfekt sein. Ich schaffte es im Familienalltag einfach nicht, unsere Ernährung komplett auf vegan umzustellen.

Ich fühlte mich unfähig.

Im Nachhinein gesehen war ich viel zu perfektionistisch. Ich hatte zu hohe Ansprüche an mich. Nichtsdestotrotz versuchte ich es erneut. Und erneut. Warum? Weil ich schlicht merkte, dass es mir guttat.

Ich wurde wieder schwanger und hatte – wie bereits in der ersten Schwangerschaft – in den ersten Wochen wahnsinnige Lust auf Rindfleisch. Ich gab diesen Gelüsten nach und schlich tatsächlich mittags ab und an zu McDonalds, um mir Rindfleisch-Burger zu holen…Auch der Industriezucker hatte mich wieder fest im Griff, wenngleich nicht ganz so extrem wie früher.

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Einige Monate nach der Geburt meines Sohnes, Anfang 2014, stieß ich auf Infos über rohvegane Ernährung. Ich beschloss daraufhin, mehr Rohkost in unseren Alltag zu integrieren.

DAS war der Schlüssel. Wir bemerkten, was ein erhöhter Rohkostanteil doch ausmacht! Und mir schien es plötzlich logisch. Logisch, dass wir Menschen krank werden vom übermäßigen Genuss industriell stark verarbeiteter Nahrung.

Mir wurde klar, dass die Ernährungsweise, wie wir sie in unserer heutigen Gesellschaft leben, nicht natürlich ist. Ist unser Körper dazu gemacht, industriell stark verarbeitetes Essen zu sich zu nehmen? Kann das gesund sein? Was ist unsere ursprüngliche Nahrung? Back to Basics – Ernährung sozusagen…All diese Fragen stellte ich mir.

Und: Selbst mein Mann war begeistert.

Zum allerersten Mal seit Beginn meiner Ernährungs-Experimente war mein Mann auch überzeugt 🙂 Er bemerkte, wie viel mehr Energie er auf einmal durch die Erhöhung des Rohkostanteils in seiner Ernährung hatte – zusätzlich zu den überflüssigen Kilos, die zu purzeln begannen.

Es war ein langer Weg unsere Ernährung so umzustellen, dass sie uns allen schmeckt und die Zubereitung nicht in Stress und Chaos ausartet. Denn Stress und Chaos gab es tatsächlich oft beim Vor- und Zubereiten der Mahlzeiten – ich hatte es lange Zeit nicht geschafft, entspannt gesundes und zugleich leckeres Familienessen zuzubereiten.

Aber:

Ich habe meinen Weg gefunden.

So sieht meine Ernährung jetzt aus:

  • vegetarisch und zu einem großen Teil vegan (ca. 80%)
  • möglichst viel Rohkost, also frische Früchte und knackiges Gemüse
  • viele richtig leckere Smoothies
  • möglichst industriezuckerfrei (zum Süßen verwende ich z.B. Datteln, Agavendicksaft, Xylit oder Kokosblütennektar)
  • möglichst keine stark verarbeiteten Lebensmittel
  • keine “Snacks” unterwegs (z.B. Gebäck vom Bäcker – lieber nasch ich meine Energiekugeln)
  • keine Produkte mit E-Nummern
  • keine Produkte mit Geschmacksverstärkern, Farbstoffen und Aromen

Ich merke, wie komplett befreit ich von früheren Beschwerden bin:

  • meine Haut ist wesentlich reiner
  • meine Neurodermitis, die mich seit meiner Kindheit plagt, ist verschwunden
  • Verdauungsprobleme (z.B. Völlegefühl, Übelkeit) kenne ich nicht mehr
  • ich bin frei von Kopfschmerzen
  • ich bin viel energiegeladener – keine ständige Müdigkeit und Erschöpfungszustände mehr
  • typische Erkältungszeiten können mir nichts mehr anhaben- Erkältungen erlebe ich nur noch als kurze Anflüge, die sich gar nicht mehr zu einem richtig fiesen Krankheitsgefühl entwickeln können
  • Heißhunger-Attacken gehören der Vergangenheit an
  • ich bin befreit von der Zuckersucht und dem ständigen Gefühl, etwas zu essen zu brauchen

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Natürlich bin ich nicht perfekt– und habe von diesem Anspruch auch Abstand genommen…ich bin nicht komplett vegan und das ist derzeit vollkommen in Ordnung so für mich, da ich gelernt habe, dass dies bei mir nur in Stress ausartet. Die Zucker-Freiheit fällt mir da definitiv leichter.

Ich gewähre mir auch hin und wieder mal Ausnahmen, wenn ich so richtig Lust darauf habe. Dann aber genieße ich diese Ausnahme auch in vollen Zügen.

Allerdings spüre ich die Auswirkungen dieser Ausnahme tatsächlich meist innerhalb der nächsten Stunden oder spätestens am nächsten Morgen 😉

Dass merke ich zum Beispiel daran, dass meine Haut zu jucken beginnt. Oder ich verspüre ein unangenehmes Völlegefühl, bin müde und antriebslos.

Bei Rückfall in die Zuckersucht schleichen sich ganz besonders Kopfschmerzen wieder ein, ich werde wieder wetterfühlig. Und das Hautbild verschlechtert sich natürlich.

Gerade diese Ausnahmen, diese “Rückschläge”, zeigen mir immer wieder, dass ich auf einem guten Weg bin. Eigentlich sind diese Rückfälle keine Rückschläge sondern Wegweiser.

Wegweiser hin zu einer möglichst ursprünglichen, gesunden, köstlichen Ernährung.

Einer Ernährung, die mir und meiner Familie Spass macht und einfach nur gut tut.

Angefangen hat meine Ernährungsumstellung aus rein kosmetischen Gründen- ergeben haben sich überraschenderweise viele weitere tolle Gründe für eine Umstellung auf eine größtenteils vegane, möglichst naturbelassene Kost.

Ich merke, wie gut mir und meiner Familie unsere Ernährung tut. Und ich möchte Dir dabei helfen, es auch zu schaffen.

Ohne Stress und ohne den Anspruch von heute auf morgen die gesamte Ernährung zu 100 Prozent umzustellen.

Es sind oft die kleinen Schritte, die zum Vorankommen beitragen.

Schau Dich auf meinem Blog um, probier meine leckeren, einfachen Rezepte aus und gib mir gerne Feedback.

Hast Du auch schon mal versucht, Deine Ernährung umzustellen? Hat es gleich geklappt oder hast auch mehrere Anläufe gebraucht?

Schreib mir gerne einen Kommentar, ich freue mich darauf.

Alles Liebe,

Sabine

 

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8 comments

  1. Denise says:

    Hallo Sabine,

    Ist eure Ernährung nach der Umstellung nun sehr viel teurer als sie es vorher war? Man sagt doch, zuckerfrei ist ziemlich teuer. Liebe Grüße Denise

    • Sabine says:

      Hallo Denise,
      gerade zuckerfrei finde ich nicht viel teurer. Wenn man sich die Preise für industriell gefertigte Süssigkeiten ansieht, sich überlegt wieviel man davon nascht und dann den Zutaten für industriezuckerfreie selbstgemachte Süßigkeiten oder den gekauften Alternativen gegenüberstellt, kommt es aufs Gleiche raus. Meiner Erfahrung nach ist zum einen der Suchtfaktor nicht so hoch, d.h. Du isst industriezuckerfreies seltener oder weniger – und zum anderen sind z.B. bei Selbstgemachtem die Inhaltsstoffe nicht so “leer” wie bei Gekauftem. Aufgrund der natürlichen Zutaten ist die Lust auf Süßes viel schneller gesättigt. So zumindest meine Erfahrung mit den von mir gemachten Süßigkeiten oder auch den Alternativprodukten.

      Ansonsten bemerkte ich gerade anfangs bei der Umstellung auf vegane Ernährung durchaus einen Preisunterschied beim Lebensmittelkauf. Wobei sich das wieder eingependelt hat, weil ich inzwischen weiß was wir gerne essen, welche Produkte wir bevorzugen etc. Und ich sehe auch hier, dass die Anschaffungskosten gewisser Lebensmittel zwar größer erscheinen, im Endeffekt aber einfach z.B. länger halten. Weil sie hochwertiger sind, weil sie sättigender sind etc.

      Um das Beispiel von der Schoki zu nehmen: früher habe ich regelmäßig diese günstige Sahne-Schoki verschlungen. Jetzt mache ich mir die Schoki selbst oder kaufe eine mit hohem Kakaoanteil und/oder Kokosblütenzucker. Diese Schokis kosten knapp das doppelte der Sahne-Schoki. Aber ich brauche viel länger, um sie aufzuessen. Und ich esse sie mit Genuss. Bei der Sahne-Schoki war da weniger Genuss, sondern viel mehr die Sucht spürbar. Finanziell kommt es auf das gleiche raus…

      Herzliche Grüsse
      Sabine

  2. Kathy says:

    Liebe Sabine! Dein Artikel berührt mich, weil er so ehrlich geschrieben ist. Ich finde es toll, dass Du auch die ” Sünden” beschreibst und annimmst. So wirkst Du sehr authentisch, weil wir die Sünden (und Abstürze) nämlich alle selber kennen…;-)

    • Sabine says:

      Liebe Kathy, genau diese “Sünden” zeigen mir einfach immer und immer wieder, welche Form der Ernährung mir gut tut. Und es ist mir eine Herzensangelegenheit zu zeigen, dass “Rückschläge” ganz normal sind und es auch danach weitergehen kann und darf 🙂

  3. Fee Ronja says:

    Wow Sabine in deinem Text erkenne ich mich in sehr vielen Stellen wieder. Echt witzig und ich danke dir für diesen Beitrag, es ist beruhigend das es anderen auch so geht, wenn nicht die ganze Familie mitzieht.

  4. Dieser Beitrag gefällt mir sehr gut, denn er ist sehr ehrlich und authentisch! Ich bin Veganerin geworden auf Grund von gesundheitlichen Problemen, auch ich bin zwischendurch schwach geworden, doch mein Körper ruft mich dann zur Ordnung! Dein Blog ist für mich sehr inspirierend! Danke

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