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Was meine Tochter mich durch eine Sternschnuppe lehrte

Kinder lehren uns so vieles und heute möchte ich davon erzählen, wie meine Tochter mir gezeigt hat, wieder mehr im Moment – im Jetzt- zu leben.

Vor ein paar Wochhen haben wir Freunde in den österreichischen Bergen besucht. Als die Kinder schliefen, stand ich spät abends auf dem Balkon und blickte in den tiefschwarzen Himmel hinauf.

Wow. Als Stadtkind ist man diesen Anblick ja nicht gewöhnt. In diesem Moment eröffnete sich mir eine neue Welt. Der Sternenhimmel war einfach gigantisch schön. Der Himmel wolkenfrei und voller funkelnder Sterne. Meine Aufmerksamkeit wurde auf eine kleine Bewegung gezogen: eine Sternschnuppe!

 

 

Ich überlegte, was ich mir wünschen könnte und sprach meinen Wunsch gedanklich aus.

Am nächsten Morgen erzählte ich natürlich gleich den Kindern von meinem nächtlichen Erlebnis. Und meine Tochter fragte mich, was ich mir gewünscht hätte. Da ich beschlossen hatte, daran zu glauben, dass der Wunsch vielleicht in Erfüllung geht, erzählte ich es ihr nicht. Für sie natürlich unverständlich, daher hakte sie am Abend nochmal nach und erzählte dann, dass sie eh schon wisse, was ich mir gewünscht habe:

Sie meinte, ich hätte mir gewünscht,  “dass der nächste Tag ein wunderschöner Tag wird.”

Gleich daraufhin sagte sie ganz selbstverständlich:

„Aber das braucht man sich ja nicht zu wünschen –

jeder Tag ist doch wunderschön!“

Tatsächlich lag sie mit ihrer Aussage der Wahrheit sehr nahe. Aber was mich wirklich bewegt hat, war ihre Meinung darüber.

In ihren Augen ist jeder Tag wunderschön. Es ist für sie ganz selbstverständlich, dass jeder Tag wunderbar ist und sie wundert sich darüber, wie man sich so etwas nur wünschen kann.

Ihre Aussage hat mich sehr berührt und hat mich auch zur Selbstreflexion bewegt. Allein mein Erstaunen darüber, wie man jeden Tag wunderschön finden kann, spricht Bände…

Warum finde ICH es eigentlich nicht selbstverständlich, jeden Tag wundervoll zu finden? Wo ich mich doch eigentlich für einen eher positiv gestimmten Menschen halte: ich bemühe mich wenig zu jammern, weiß mich positiv zu formulieren, unnötig belastende Dinge wie Medien oder negative Menschen von mir fernzuhalten usw.

Und dennoch bin ich nicht in der Lage jeden Tag als wunderschön zu empfinden? Es selbstverständlich zu finden, dass das Leben einfach toll? Ich kenne das ja auch von so vielen anderen Menschen – ich bin mir sehr sicher, dass die wenigsten Menschen unserer westlichen Gesellschaft ihre Tage regelmäßig als wunderschön bezeichnen. Im Gegenteil.

Warum leben wir so oft nicht im JETZT?

Vermutlich liegt es daran, dass wir nicht – wie unsere Kinder – so wunderbar in der Gegenwart leben können. Wir haben es irgendwann verlernt. Wir hängen gedanklich oft in der Vergangenheit oder noch viel eher in der Zukunft. Warum ist das Gespräch mit xy nicht wie gewünscht gelaufen? Was mache ich Abends zu essen? Wann müssen wir wieder daheim sein? Was machen wir Weihnachten? Bis wann muss ich xy erledigt haben? Das sind eigentlich keine großen Dinge, mag man meinen….und dennoch lenken sie uns ständig vom Leben im Hier und Jetzt ab.

Wie oft sagen wir zu unseren Kindern, dass wir uns kurz konzentrieren müssen, da wir noch xy erledigen müssen? Den Essensplan, das Telefonat, die Überlegung eines nächsten Schritts etc.? Und unsere Kinder verstehen es nicht, weil sie JETZT spielen und JETZT leben möchten…

Wir leben gedanklich sehr viel in der Vergangenheit und in der Zukunft. Und ja, das Essen muss wirklich irgendwann gekocht werden, das Telefonat erledigt und nächste Schritte geplant werden. Aber ich denke mittlerweile,  wir sollten uns tagtäglich bewusst machen, wie oft wir eigentlich tatsächlich im Hier und Jetzt leben. Wie oft wir eigentlich wirklich diese momentane Situation bewusst erleben.

Denn: kommt es nicht oft nur in „besonderen“ Momenten vor, dass wir bewusst den Moment leben? Wie beim Anblick eines atemberaubenden Sternenhimmels? Warum nicht auch mal „normale“, alltägliche Momente genießen, friedvolle Momente mit unseren Kindern, Momente des Anblicks unseres reichlich gedeckten Esstisches, des täglichen Sonnenaufgangs oder einfach unseres wetterfesten sicheren Hauses? Den Regen genießen, den Wind, die warme Sonne, die kurze Pause an der roten Ampel oder der langen Schlange an der Kasse? Wenn wir schon nicht den ganzen Tag als schön empfinden können, warum nicht immerhin kleine Entspannungsinseln im Alltag schaffen?

Das Beste aus dem Tag machen

Vielleicht verstehen wir dann ein bisschen besser, wie selbstverständlich es doch sein kann, jeden einzelnen Tag unseres Lebens als wunderschön zu empfinden – oder zumindest das Beste davon herauszuholen. Natürlich ist nicht immer alles toll, das möchte ich gar nicht schönreden 😉 Gerade mit Kindern erscheinen uns unsere Tage oft hektisch, stressig, chaotisch und nervenaufreibend. Wenn wir versuchen, nur ein bisschen mehr im Moment zu leben und uns ein Beispiel an unseren Kindern zu nehmen, wird auch dieser Stress weniger werden – denn oft machen wir ihn uns tatsächlich nur selbst.

Das habe ich die letzten Monate lernen dürfen. Einfach mal einen Gang runterschalten, an das HIER und JETZT denken, an DIESEN AUGENBLICK – und schon erscheint einiges viel entspannter.

Unsere Kinder lehren uns so vieles – wenn wir es nur zulassen. Ich persönlich hatte im Laufe der Zeit so einiges verlernt. Dinge, die meine Kinder als ganz natürlich und gegeben erachten. Und ich bin meinen Kindern überaus dankbar, dass sie mir das immer und immer wieder aufzeigen.

Den Moment leben – einen Großteil unseres Lebens ganz bewusst genießen – eine schwierige Aufgabe für uns Erwachsene und nicht immer ganz einfach. Aber wenn wir unsere Kinder bewusst in ihrem Dasein wahrnehmen und die Fähigkeiten der Kinder als Gabe und nicht als “kindische Spielerei” ansehen, können wir so einiges von ihnen lernen.

Seit diesen Worten meiner Tochter versuche ich noch mehr den Moment zu leben und es gelingt mir noch lange nicht immer, aber immer öfter. Und ich wünsche mir, dass noch viel mehr Menschen das Glück erfahren dürfen, wieder mehr im JETZT leben zu können. Warum nicht einen Versuch wagen und einfach mal anfangen?

Was denkst Du darüber? Schreib mir gerne Deine Meinung, ich freu mich darauf!

Herzlichst,

Sabine

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2 comments

  1. Oh, ein wirklich wunderbarer Text 🙂 Und so eine kluge Tochter <3 Kinder bringen uns oft wieder nahe, dass wir nur ein Leben haben. Wann genau entscheiden wir uns eigentlich dafür, dass Tage "aus dem Kalender gestrichen werden können", wenn sie blöd liefen, statt das Gute zu suchen?

    • Sabine says:

      Danke für Deine Worte, Petra! Genau das ist es: wir haben nur dieses eine Leben. Das ist uns im Alltag so selten bewusst und doch sollten wir es uns immer wieder in Erinnerung rufen – damit wir diesen Tag und diesen Moment bewusst leben und schätzen können.

      Liebe Grüsse
      Sabine

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